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ZFC Meuselwitz – Chronik eines Kleinstadtvereins
Die Geschichte des Zipsendorfer Fußballclubs aus Meuselwitz beginnt schon im Jahre 1919.
Einige sportbegeisterte Leute aus dem kleinen Dorf Zipsendorf gründeten den Fußballverein „Aktivist Zipsendorf“.
1950 bis 1953 begann der Bau des ersten großen Stadions in Meuselwitz, das „Helmut-Just-Stadion“ wurde damals für sage und schreibe 40,000DM durch Freiwillige und Sportler gebaut! Nach der Einweihung mit 5.500 Zuschauern hatten die Meuselwitzer ein sehr ansehnliches Stadion zur damaligen Zeit. Heutzutage wird das Stadion leider nicht mehr genutzt und der Zahn der Zeit nagt ganz heftig.
1959 wurde dann der dazugehörige Sportplatz mit dem Namen „Ernst-Grube-Stadion“ nach 30-monatiger Bauzeit eingeweiht. Einigen Meuselwitzern ist das Stadion auch unter dem Namen „Glaserkuppe“ bekannt. Der Bau dieses Sportplatzes erfolgt nach dem verloren gegangenem Krieg zu 90% durch Freiwillige.
Im Jahr 1956 bis 1958 spielte man in der Bezirksklasse als „BSG Aktivist Zipsendorf“. Dieser Name begleitete die Zipsendorfer bis ins Jahr 1976, durch die Zwangseingemeindung zu dem Städtchen Meuselwitz , mussten sich auch die Zipsendorfer Sportfreunde einen anderen Namen zulegen. So einigte man sich in diesem Jahr auf den Namen „BSG Aktivist Meuselwitz“.
Bis zur politischen Wende 1990 durfte man sich über Aufstiege und Abstiege auf Kreisebene freuen und ärgern. Schon damals war das Interesse an Fußball in Meuselwitz nicht weniger als heute.
Nach der politischen Wende hatte man dann auch 2 Nachwuchsmannschaften zu bieten, somit konnten sich auch die jüngeren ihrer Leidenschaft, nämlich Fußball zu spielen, hingeben.
1991 dann die Neugründung als FV Zipsendorf e.V..
Mit diesem Namen brachte man dann auch endlich die ersten Erfolge zustande. Zwischen 1994 und 1997 stieg man von der Bezirksklasse bis in die Thüringenliga auf. Im Jahre 1995, mit dem Aufstieg in die Bezirksliga, wurde der bekannte und ehemalige DDR-Oberliga Spieler Konrad Schaller als Trainer verpflichtet.
Damals gab es schon die heißen Ortsderbys zwischen dem FSV Meuselwitz und dem ZFC Meuselwitz. Man hatte zu diesem Zeitpunkt schon über 1100 Zuschauer elektrisiert und zum Fußball schauen animiert.
Im Durchschnitt hatten die ZFC Spieler gut 400 Zuschauer bei ihren Heimspielen. In dieser Zeit kristallisierten sich schon einige von unseren Supporters heraus, meist waren oder sind das Jugendliche zwischen 18 und 25. Die Ortsderbys gewann meist der ZFC, z.B. am 31.10.1995, der ZFC war beim Stadtrivalen zu Gast, konnte das Spiel aber mit 0:4 für sich entscheiden. So spielte damals Mirko Graf beim FSV ehe er zum Ortsrivalen wechselte. Danach folgte der Aufstieg in die Landesklasse und dann in die Landesliga.
In den folgenden Jahren ging es mit dem sportlichen Aufstieg erstmal nicht mehr weiter und man verschwand förmlich im Landesliga Mittelmaß. Einzig einige hochkarätige Freundschaftsspiele , wie z.B. gegen FC Erzgebirge Aue, Chemnitzer FC und dem FC Sachsen Leipzig sorgten für spannende Spiele auf der „Glaserkuppe“.
Im Jahr 2002 stand sogar der Klassenerhalt auf der Kippe, nach knapp der Hälfte der Saison fand man den ZFC auf dem 13. Tabellenplatz wieder! Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen. Zu manchen Heimspielen fand man lediglich 160 Zuschauer. Daraufhin legte Konrad Schaller sein Amt als Trainer nieder und bis man einen neuen Trainer gefunden hatte , wurde der ehemalige Spieler Uwe Müller als Trainer bei der ersten Mannschaft eingesetzt. Dann, zum 01.01.2002 präsentierte der Präsident das ZFC, Hubert Wolf die Neuverpflichtung von Damian Halata als Trainer der ersten Mannschaft. Die Fans des ZFC waren sehr überrascht über diese wohl spektakuläre Verpflichtung zum neuen Jahr. Damit begann auch wieder der sportliche Aufschwung in der Mannschaft. Prompt begannen die Kicker wieder das zu machen, wozu sie am meisten Lust hatten, nämlich erfolgreich Fußball zu spielen.
Damian schaffte es in dieser Saison noch bis auf dem 8. Tabellenplatz. Kurz vor der Winterpause gab der Präsident auch den Umbau des alten Stadions bekannt, dies sollte 2500 Stehplätze haben und gut 1500 Sitzplätze. Eigentlich sollte das Stadion gut 1000 Zuschauer mehr fassen doch als das Land 200.000 € Fördermittel gestrichen hatte, musste das gesamte Konzept überdacht werden. Am 17. April 2002 stellte man das Stadionsanierungskonzept vor und am 6. August wurde dann der erste symbolische Spatenstich gesetzt und die arbeiten begannen.
In der folgenden Saison spielte der ZFC wie die Eisenbahn und konnte fast schon in die Oberliga aufsteigen. Dies scheiterte denkbar knapp und man belegte am Ende der Saison den 2. Tabellenplatz. 2003 erreichte man dann auch das Halbfinale des Thüringenpokals, man scheiterte damals an der Regionalligamannschaft von Rot-Weiß Erfurt mit 0:2. Das war dann auch das letzte Spiel auf dem alten Rasenplatz, denn danach ging es an die Sanierung des Hauptplatzes. Dieser wurde am 23. Juli mit dem Spiel ZFC Meuselwitz gegen FC Energie Cottbus vor gut 3000 Zuschauern eingeweiht. Dann begann die lang erwartete erste Saison der Oberliga. Viele dachten, dass der ZFC eine Saison in der Oberliga spielt und dann auch gleich wieder absteigen würde, doch weit gefehlt. Der ZFC spielte eine überragende Saison und belegte am Ende den 6.Tabellenplatz. Zuschauergaranten waren z.B.: 1. FC Magdeburg, FC Sachsen Leipzig , FC Carl Zeiss Jena und der Hallesche FC. So konnte man gegen den FC Carl Zeiss Jena mit fast 3500 Zuschauern einen Stadionrekord verzeichnen. Auch gegen den FC Sachsen Leipzig waren es fast 3400 Zuschauer. So entwickelte sich eine gewisse Rivalität zwischen den Meuselwitzern und den Leipzigern. Da ja der, zu jeder Saison, selbsternannte Klassenprimus auf dem Papier überlegen war, hatten die Meuselwitzer mächtig viel Spaß, als die Spieler sprichwörtlich auf die Nase gefallen sind, wenn sie in dem kleinen Städtchen spielten. Zu dieser Zeit konnte man den Underdog Status voll ausnutzen, weil man von fast allen Mannschaften unterschätzt wurde. Mit den Fans des FV Dresden Nord ging man zum Beispiel eine Fanfreundschaft ein, so dass man die Dresdner auch bei einigen Heimspielen sah und sie den ZFC unterstützten.
Die zweite Oberligasaison fing an, wie man es sich eigentlich nicht wünscht. Sportlich kam man nicht aus der Sommerpause heraus und zwischen Trainer Damian Halata und Vereinspräsident Hubert Wolf brannte es zeitweise lichterloh. Nach dem ersten Rücktritt von Damian rappelte sich die gesamte Mannschaft auf und spielte wieder guten und ansehnlichen Fußball. Auch zwischen Herrn Wolf und Herrn Halata ging es wieder doch was vor dem Zoff kaputt gemacht wurde konnte nicht wieder gekittet werden, so dass der nun mehr als 4 Jahre laufende Vertrag zwischen dem ZFC und Halata zum Saisonende hin nicht verlängert wurde. Sportlich war die Rückrunde wohl die bessere. Man besiegte zum Beispiel den 1.FC Magdeburg, den späteren Aufsteiger in die Regionalliga, 2:1. Das war schon eine kleine oder größere Sensation. Auch die Vogtländer aus Plauen konnte man daheim mit 3:0 vom Platz fegen.
In der diesjährigen Saison wurde Ulrich Oevermann als neuer Trainer verpflichtet. Die Fans und Beobachter des ZFC waren sehr skeptisch mit dem neuen Trainer, da er bei seinem Ex-Club VfB Pößneck nicht sehr erfolgreich war. Doch die Fans wurden eines Besseren belehrt. Durch gute Neuzugänge, zum Beispiel Steven Sonnenberg, und eine solide finanzielle Situation, der diesjährige Etat beträgt nur 220.000 €, kann man die Saison mit Ruhe angehen. Die ersten 3 von 4 Spiele konnte man gewinnen, sogar das Spiel gegen den FC Sachsen Leipzig wurde 3:1 gewonnen. Als nächstes Ziel setzen sich die Fans den Gewinn des Landespokals um damit zweitstärkste Kraft in Thüringen nach Carl Zeiss Jena zu werden. Bleibt abschließend zu hoffen, dass mit der Neureglung der Staffeleinteilung die Erfolgsgeschichte des ZFC weitergeht.
Nachdem man die letzten 5 Jahre nun mehr oder
weniger erfolgreich in der Oberliga verbracht hatte,
setzte sich Präsident Hubert Wolf mit dem ZFC
Meuselwitz ein neues Ziel. Nachdem man in der Saison
2007/2008 gut im oberen Tabellendrittel mitspielen
konnte, sollte mit der neuen Ordnung der Ligen
unbedingt die vierte Liga gehalten werden. Dazu
hätte es „nur“ Platz 4 in der Endabrechnung
gebraucht. Klangvolle Neuverpflichtungen wie zum
Beispiel Ronny Hebestreit lieferten die Hoffnung,
dass man das Ziel mindestens Platz 4 zu erreichen,
schaffen würde. Doch in der Saison lief es im
Ligabetrieb eher mäßig, so musste nach nur einer
Halbserie Trainer Harald Haese den Chefposten
abgeben und es wurde kein geringerer als der
Oberligaaufstiegsheld Damian Halata wieder ins Boot
geholt. Damit sprang Präsident Hubert Wolf auch über
seinen eigenen Schatten. Böse Zungen behaupten, es
gab persönliche Diskrepanzen zwischen Trainer und
Präsident. Nachdem es Damian Halata auch nicht mehr
auf Platz 4 schaffte, machte man sich daran, die
Mannschaft komplett umzubauen und ordentlich
einzukaufen. So wurden zum Beispiel Karsten Oswald
vom FC Sachsen Leipzig, Sebastian Gasch & Daniel
Ferl vom FC Eilenburg, Felix Hesse vom VfL Halle
1896 und Frank Müller von der Ligakonkurrent SSV
Markranstädt verpflichtet. Der Plan war, dass sich
die fast komplett neu zusammengestellte Mannschaft
in der Saison 2008/2009 „einspielen“ sollte, um dann
in der darauf folgenden Saison um den Aufstieg in
die Regionalliga mitzuspielen. Nachdem die Saison
mit zwei Siegen gestartet war, blieben die
Halata-Schützlinge sprichwörtlich am Ball. Lediglich
in der Hinrunde gegen vermeintlich leichte Gegner
tat man sich wieder einmal sehr schwer. So verlor
man z.B. beim damaligen Tabellenvorletzten 1. FC
Magdeburg U23 auf Grund vieler Sperren und
Verletzten mit einer B-Elf bitter aber verdient 1:2.
Diese Schwäche stellte man in der Rückrunde
weitestgehend ab, steigerte sich auswärts ebenfalls
und trotzte mit dem kleinen Kader auch mehreren
englischen Wochen hintereinander. Alles in allem
bildete der ZFC Meuselwitz das konstanteste
Oberligateam der Saison, kassierte die wenigsten
Gegentreffer und schoss die meisten Tore. Somit
konnte bereits am vorletzten Spieltag bei einem
Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg U23 unter
Mithilfe des FC Eilenburg, der den einzig noch
verbliebenen Aufstiegskonkurrenten VfB Auerbach 4:3
schlug, mit einem 5:0-Paukenschlag den Aufstieg in
die Regionalliga feiern. Ein Jahr früher als
ursprünglich geplant!
Der Etat wird für die neue Saison auf rund 1 Million
Euro erhöht, damit die vierthöchste Spielklasse
unbedingt gehalten wird. Freuen wir uns also wie
immer auf spannende und erfolgreiche Spiele in der
Bluechip-Arena, welche nach dem erneuten Umbau nun
5260 Zuschauer fasst. Eine Flutlichtanlage soll im
Laufe der nächste Saison installiert werden.
Programmhefte aus der Vergangenheit, Topbegegnungen auf der Glaserkuppe oder zu Stadtderbys findet ihr hier
und alle Landespokalbegnungen findet ihr
hier!
© Andy Eichner
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